CNBC hat Anfang Juli zusammengetragen, was in der Praxis passiert, wenn KI Mitarbeiter ersetzen soll: Laut HR-Plattform Orgvue haben 39 Prozent der Führungskräfte Stellen gestrichen, weil KI die Arbeit übernehmen sollte. 55 Prozent von ihnen sagen heute: Fehler. Bei der Personalvermittlung Robert Half geben es 32 Prozent der Hiring Manager offener zu: Sie haben Stellen abgebaut und mussten dieselben oder ähnliche Rollen später neu besetzen.
Das Muster wiederholt sich
Immer dieselbe Rechnung. KI übernimmt einen Großteil eines Jobs zuverlässig. Der Rest bleibt liegen: Ausnahmen, Ermessensfragen, Jahre an Erfahrungswissen.
IBM hat das am eigenen HR-Bereich erlebt. Die KI hat rund 94 Prozent aller Routineanfragen übernommen. Bei den restlichen 6 Prozent ging es um ethische Grenzfälle. Genau da hat das System versagt. IBM verdreifacht jetzt seine Einstiegs-Einstellungen für 2026.
Ford ist der bekannteste Fall
Ford hat automatisierte Qualitätssysteme eingeführt, um Konstruktionsfehler vor der Produktion zu finden. Gefüttert mit den Design-Vorgaben, aber ohne die Erfahrung der Ingenieure, die vorher an diesen Stellen saßen.
Vizepräsident Charles Poon sagt es offen: „Wir haben fälschlicherweise gedacht, dass allein die Einführung von KI und das Einspeisen unserer Design-Vorgaben ein hochwertiges Produkt ergeben würde."
Ford hat daraufhin 350 erfahrene Ingenieure zurückgeholt: eigene Ex-Mitarbeiter, aber auch Fachleute von Zulieferern. Ergebnis: Platz 1 in der JD-Power-Studie zur Erstqualität 2026.
Nicht nur Ford
Die Commonwealth Bank of Australia hat über 40 Kundenservice-Mitarbeiter durch KI-Sprachbots ersetzt. Die Bots kamen mit dem Anrufvolumen nicht hinterher. Die Bank hat die Kündigungen zurückgenommen.
Klarna hat 2024 angekündigt, dass KI die Arbeit von 700 Kundenservice-Mitarbeitern übernimmt. Ein Jahr später sagt CEO Sebastian Siemiatkowski: „We went too far." Klarna stellt seitdem wieder Menschen ein.
Was bleibt
Kündigen wegen KI ging schnell. Zurückholen dauert länger. Und bei mehr als der Hälfte der Firmen, die es versucht haben, war die ursprüngliche Entscheidung laut eigener Aussage: falsch.
Der Unterschied zwischen den Firmen, die scheitern, und denen, die es nicht tun, ist selten die KI selbst. Es ist, wie tief jemand das Thema verstanden hat, bevor er die Kündigung unterschrieben hat.
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